Gartenbauverein Bad Griesbach e.V.

 

Gartentipps

Gartentipps 268, angeregt durch die verschiedensten Publikationen aber auch aus eigenen Erfahrungen von Peter Müller für die Mitglieder des Gartenbauvereins Bad Griesbach, Juni 2018.

Waldbrombeeren gibt es in unseren Wäldern rings um Bad Griesbach reichlich. Diese wild wachsenden Pflanzen sind aromatischer und intensiver im Geschmack als die veredelten Gartenbrombeeren. Allerdings sind die „Beeren“ bei den Gartenbrombeeren viel größer. Botanisch gesehen handelt es sich überhaupt nicht um Beeren, sondern um Steinfrüchte (so wie bei Kirschen z. B.). In den Früchten sind kleine Steine und darin befindet sich der Samen. Die Blüten der im Wald wachsenden Pflanzen dienen Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten als Nahrung. Diese sorgen auch für die Bestäubung der Blüten und dadurch für die Vermehrung. Allerdings verbreiten sich die Pflanzen vor allem durch die Ausläufer der Wurzeln und machen damit ein Durchschreiten des Waldes sehr beschwerlich. Blätter der Brombeeren werden gerne von Hasen und Rehen gefressen. Wenn Sie ab etwa Ende Juli bis in den Herbst hinein Früchte sammeln, achten Sie darauf, nur weiter oben wachsende Früchte zu pflücken. Immer wieder wird noch auf die Gefahr mit dem so genannten Fuchsbandwurm hingewiesen. Übrigens: Mit den Blättern können Sie einen heilwirksamen Tee bereiten, der gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum aber auch bei Hautentzündungen (äußerlich aufbringen) wirkt.

Liebstöckel (Levisticum officinale), bei uns auch als Maggikraut genannt (weil es der Maggiwürze ähnlich riecht und schmeckt). Übrigens: In der Maggiwürze ist kein Liebstöckel enthalten. In Österreich wird es auch Nusskraut genannt. Liebstöckel ist eine winterharte, krautige Pflanze, die zu den Doldenblühern gehört. Die Pflanze riecht in allen Teilen sehr aromatisch und wird bis gut zwei Meter hoch. Sie blüht blassgelb von Juni bis in den Juli hinein und bekommt im Spätsommer ebenfalls stark aromatische Früchte, die dem Fenchelsamen ähneln. Ab Mai bis in den Herbst hinein können Sie die (möglichst jungen) Blätter und Stiele ernten, Die reifen Samen halten sich eine ganze Weile. Liebstöckel braucht einen nährstoffreichen Boden. Frische Blätter nehmen Sie als Gewürz für Suppen, Soßen, Eintopf-, Pilz- und vielen anderen Gerichten. Die reifen Samen, gut getrocknet, verwendet man ebenfalls bei Eintöpfen und u. a. als Bratenwürze. Das abgeschnittene Kraut (Stiele und Blätter) kann man trocknen und dann als Würze in der Küche nach Bedarf verwenden.

Kartoffeln sollten Sie  nicht mit frischem Mist (Tierdung) düngen, weil sich darin oft die gefürchteten Drahtwürmer aufhalten, die dann die Kartoffeln schädigen.

Manche Pflanzen, wie z. B. Rhabarber, sind bereits in der ersten Hälfte des Jahres erntereif. Aber nun müssen sie sich erholen und neue Kraft sammeln. Außerdem steigt im Sommer der Oxalsäuregehalt in den Stängeln stark an. Diese Oxalsäure bindet Kalzium in unserem Körper und kann Nieren-Blasenprobleme bereiten. Es gibt eine Fülle von Gewächsen, die Oxalsäure bilden, wie auch z. B. der Spinat oder Mangold. Für alle diese genannten Gemüse gilt: Vor dem Verzehr kochen und einen „Schuss“ Kalzium in Form von Sahne, Milch etc. dazugeben!  Und deshalb gilt auch die alte Regel: Ab Johanni, 24. Juni, werden solche Pflanzen nicht mehr geerntet!

Flieder wird oft sehr groß und neigt zum Verwildern. Schneiden Sie Ihren Flieder nach der Blüte großzügig zurück. So kann er jetzt im Sommer noch neue Triebe bilden.

Viel Spaß beim Gärtnern